Sonntag, 13.01.2019 - Polittbüro - Hamburg St. Georg:

Immenses Interesse bei Gegen das Vergessen, erinnern heißt handeln: Gemeinsam gegen den Hass

Podiumsdiskussion der Auschwitz-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e.V. im Polittbüro Hamburg - St. Georg

Podiumsdiskussion im Polittbüro Bild 1
v.l.: Ruben Herzberg, Felix Krebs, Dr. Detlef Garbe, Esther Bejarano, David Begrich, Dr. Regula Veske

"Gegen das Vergessen" - "Erinnern" - "Auschwitz" - klingt für manch einen nach dem Wiederaufwärmen mittlerweile kalten Kaffes. Doch weit gefehlt! Diese Veranstaltung drehte sich um Ereignisse, Erfahrungen und Empfindungen der Gegenwart.

Bereits einige Minuten vor Beginn der von der Landeszentrale für Politische Bildung Hamburg unterstützen Veranstaltung mussten etliche Interessierte an der Tür abgewiesen werden - der Saal war nämlich bereits zum Bersten gefüllt.

Auf der Bühne:
Esther Bejarano (Mitglied des Auschwitz-Komitees , Überlebende der KZ Auschwitz und Ravensbrück), Dr. Regula Venske (Präsidentin des PEN Deutschland ), Dr. Detlef Garbe (Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme ), Ruben Herzberg (ehemaliger Leiter der Klosterschule Hamburg), David Begrich (Arbeitsstelle Rechtsextremismus, Miteinander e.V. , Magdeburg) und Felix Krebs (Hamburger Bündnis gegen Rechts ).

 

Die Bandbreite der angesprochenen Themen war groß. Ein paar Beispiele:
Die Wichtigkeit der Solidarität.
Gewalt stellt nicht das richtige Mittel dar, um (rechter) Gewalt zu begegnen.
Die Situation von Nicht-Rechts-Denkenden in Städten mit starkem Rechtspopulismus/-radikalismus.
Tabubrücke aus der gesellschaftlichen Mitte und wie sie rechtspopulistisch genutzt werden.

Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, weigerte sich die Hamburger Hochbahn zunächst das Werbeplakat für die diesjährige Veranstaltung auszuhängen.
Das Unternehmen berief sich dabei auf die von ihm geforderte parteipolitische Neutralität.

Das Publikum beteiligte sich die gesamte Veranstaltung über rege am Diskurs.

Unter den Besuchern befanden sich auch bekannte gegen Rechtsextremismus engagiere Hamburger Persönlichkeiten, wie Peggy Parnass (kam 1939 mit einem Kindertransport nach Schweden) und Nils Oskamp(verarbeitete seinen Kampf gegen rechtsradikale Mitschüler in der Graphik Novel "Drei Steine"), sowie Mitglieder und AktivistInnen verschiedener Gruppen und Vereine, darunter "Omas Gegen Rechts" Hamburgund "An die Nachgeborenen".




Shekib Mosadeq und Band
v.l.: Inés Fabig (Rezitation Deutsch), Jahedullah Masrur Andari (Gitarre), Shekib Mosadeq (Gesang Farsi), Kargah Nabigi Manuchr Jafari (Querflöte)

Abgeschlossen wurde die Veranstaltung durch ein Konzert des afghanischen Sängers und Songwriters Shekib Mosadeq und seiner Band. In berührenden 'Duetten' sang er auf Farsi und die bekannte Schauspielerin Inés Fabig rezitierte die deutsche Übersetzung seiner Texte.


Die Balladen und Lieder des Sängers und Songwriters Shekib Mosadeq handeln von Liebe und Hoffnung, mörderischem Krieg und Terror, Trauer und Zorn - man kann sich ihrer Intensität nicht entziehen, sie gehen unter die Haut.


2010 waren Shekib Mosadeq und seine Familie gezwungen ihre Heimat Afghanistan zu verlassen. Warum? - Seine deutlich sozial- und regierungssystemkritischen Texte brachten ihn in ernsthafte Schwierigkeiten.

Text : Miriam Krawehl - Fotos: Martin S. Schiffers